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INSOLVENZPILOT – Unternehmenssanierung & Insolvenzbegleitung

Firma kann nicht mehr zahlen

Firma kurz vor dem Konkurs – welche Möglichkeiten gibt es noch?

Autor / fachlich geprüft von Dr. iur. Harald A. Schmidt
Veröffentlicht am 17. April 2026 · Zuletzt aktualisiert am 22. Juni 2026 · Lesezeit 8 Minuten

Auch wenn ein Konkurs unmittelbar bevorzustehen scheint, gibt es häufig noch Handlungsspielraum. Der Beitrag zeigt mögliche Wege auf.

Kurze Antwort

Steht eine Firma kurz vor dem Konkurs, sollten Unternehmer umgehend eine fachliche Einschätzung der wirtschaftlichen Lage einholen, um zu klären, ob noch ein Sanierungsverfahren möglich ist oder ein geordnetes Konkursverfahren die realistischere Option darstellt. Entscheidend ist, keine Zeit zu verlieren, da sich mit fortschreitender Krise die verbleibenden Handlungsoptionen zunehmend verengen.

Kurz erklärt

  • Auch kurz vor dem Konkurs bestehen häufig noch mehrere Handlungsoptionen.
  • Ein Sanierungsverfahren kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Fortführung ermöglichen.
  • Zeitdruck sollte nicht zu unüberlegten Entscheidungen führen.
  • Eine realistische Einschätzung der Sanierungsfähigkeit ist entscheidend.
  • Professionelle Begleitung hilft, verbleibende Optionen strukturiert zu prüfen.

Wenn der Konkurs unmittelbar bevorzustehen scheint

Steht eine Firma kurz vor dem Konkurs, herrscht bei den Verantwortlichen häufig große Unsicherheit und Zeitdruck. Viele Unternehmer glauben in dieser Phase, es gebe keine Alternativen mehr. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass auch in fortgeschrittenen Krisensituationen noch Handlungsoptionen bestehen – vorausgesetzt, die Lage wird nüchtern und strukturiert analysiert.

Der wichtigste erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie hoch sind die tatsächlichen Verbindlichkeiten, welche Vermögenswerte stehen zur Verfügung, und gibt es einen tragfähigen Kern des Geschäftsmodells, der sich fortführen ließe? Diese Fragen entscheiden maßgeblich darüber, welche Optionen realistisch sind.

Mögliche Handlungsoptionen im Überblick

Je nach Ausgangslage kommen unterschiedliche Wege infrage. Besteht eine tragfähige Fortführungsperspektive, kann ein Sanierungsverfahren mit oder ohne Eigenverwaltung geprüft werden. Dieses ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine Fortführung des Unternehmens bei gleichzeitiger Regelung mit den Gläubigern.

Ist eine Fortführung nicht realistisch, kann ein geordnetes Konkursverfahren dennoch sinnvoller sein als ein unkontrolliertes Auseinanderbrechen des Unternehmens, etwa durch einzelne Exekutionen. Eine geordnete Lösung schafft in der Regel mehr Klarheit für alle Beteiligten, einschließlich der Geschäftsführung.

  • Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung prüfen
  • Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung als Alternative betrachten
  • Verkauf von Unternehmensteilen oder Vermögenswerten erwägen
  • Gespräche mit zentralen Gläubigern über Stundungen oder Teilverzichte führen
  • Bei fehlender Fortführungsperspektive ein geordnetes Konkursverfahren einleiten

Warum Zeitdruck nicht zu Kurzschlussentscheidungen führen sollte

In akuten Krisensituationen neigen manche Unternehmer dazu, überstürzt zu handeln – etwa durch das Eingehen riskanter neuer Verpflichtungen in der Hoffnung auf schnelle Besserung. Solche Entscheidungen können die Lage jedoch weiter verschärfen und im Nachhinein kritisch bewertet werden.

Stattdessen sollte auch unter Zeitdruck eine strukturierte, wenn auch zügige Analyse erfolgen. Eine externe, unabhängige Sicht auf die Situation kann helfen, emotionale Entscheidungen zu vermeiden und die verbleibenden Optionen sachlich zu bewerten.

Die Rolle professioneller Begleitung

Gerade in der Phase kurz vor einem möglichen Konkurs ist professionelle Unterstützung besonders wertvoll. INSOLVENZPILOT hilft dabei, die wirtschaftliche Lage schnell und strukturiert zu erfassen, realistische Optionen aufzuzeigen und die Kommunikation mit Gläubigern sowie gegebenenfalls dem Gericht vorzubereiten.

Dabei gilt: Die konkrete Situation ist stets individuell zu prüfen, und bei komplexen rechtlichen Fragen ist gegebenenfalls zusätzliche anwaltliche Beratung erforderlich.

Praxisbeispiel

Praxisbeispiel: Einzelhandelsunternehmen in akuter Krise

Ein Einzelhandelsunternehmen mit mehreren Filialen stand nach anhaltend rückläufigen Umsätzen und hohen Fixkosten unmittelbar vor der Zahlungsunfähigkeit. Der Geschäftsführer suchte kurzfristig fachliche Unterstützung, um die Situation einzuordnen.

Eine schnelle Analyse zeigte, dass einzelne Filialen wirtschaftlich tragfähig waren, während andere strukturell defizitär arbeiteten. Auf dieser Grundlage wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet, das die Schließung einzelner Standorte und eine Neuverhandlung mit zentralen Vermietern vorsah.

Anonymisiertes, verallgemeinertes Beispiel zur Veranschaulichung. Jeder Fall ist individuell zu beurteilen.

Was sollten Sie jetzt tun?

  1. 01Erstellen Sie umgehend eine vollständige Übersicht über Vermögen und Verbindlichkeiten
  2. 02Prüfen Sie realistisch, welche Unternehmensteile tragfähig sind
  3. 03Klären Sie, ob ein Sanierungsverfahren infrage kommt
  4. 04Vermeiden Sie riskante neue Verpflichtungen unter Zeitdruck
  5. 05Holen Sie sich zeitnah eine unabhängige fachliche Einschätzung

Häufige Fragen zu diesem Thema

Ist es zu spät, wenn der Konkurs unmittelbar bevorsteht?
Nicht zwangsläufig. Auch in fortgeschrittenen Krisensituationen bestehen je nach Ausgangslage noch Handlungsoptionen, etwa ein Sanierungsverfahren. Dies muss individuell geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Sanierungsverfahren und Konkursverfahren?
Ein Sanierungsverfahren zielt auf die Fortführung des Unternehmens bei gleichzeitiger Regelung mit den Gläubigern ab, während ein Konkursverfahren in der Regel auf eine geordnete Abwicklung ausgerichtet ist.
Kann ich einzelne Filialen oder Bereiche schließen, um das Unternehmen zu retten?
Je nach Ausgangslage kann die Schließung unrentabler Bereiche Teil eines Sanierungskonzepts sein. Die konkrete Umsetzung sollte fachlich begleitet werden.
Wie schnell muss ich handeln, wenn der Konkurs droht?
Je früher gehandelt wird, desto größer ist in der Regel der verbleibende Handlungsspielraum. Zeitverzögerungen können die Optionen deutlich einschränken.
Welche Rolle spielt professionelle Beratung in dieser Phase?
Eine unabhängige, fachliche Einschätzung hilft, die Situation nüchtern zu bewerten und überstürzte Entscheidungen zu vermeiden.

Fazit

Auch kurz vor einem drohenden Konkurs bestehen häufig noch Handlungsoptionen. Entscheidend ist, die verbleibende Zeit für eine strukturierte, fachlich begleitete Analyse zu nutzen, statt aus Zeitdruck vorschnell zu handeln.

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Fachliche Prüfung: Dr. iur. Harald A. Schmidt Unternehmenskrisen, Restrukturierung, Insolvenzbegleitung. Zuletzt aktualisiert am 22. Juni 2026.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick zum österreichischen Rechts- und Wirtschaftskontext und stellt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Beurteilung eines Einzelfalls erfordert eine Prüfung der konkreten Umstände; bei komplexen rechtlichen Fragen ist gegebenenfalls zusätzliche anwaltliche Beratung erforderlich.

Nächster Schritt

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